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Diabetes insipidus (Wasserharnruhr)

Definition und Ursache

Der Diabetes insipidus ist eine erworbene oder angeborene Hormonmangelerkrankung, die eine Störung des Wasserhaushaltes zur Folge hat. Ausgelöst durch den Mangel an dem sogenannten antidiuretischen Hormon (ADH), auch Vasopressin genannt, werden sehr hohe Urinmengen gebildet. ADH hat die Aufgabe, Wasser im Körper zurückzuhalten. Fehlt dieses Hormon, das im Hypophysenhinterlappen gebildet wird, so kommt es zu einer ungeregelten Wasserausscheidung mit dem Verlust großer Flüssigkeitsmengen über die Nieren.
Grundsätzlich werden zwei Formen (zentral oder renal) des Diabetes insipidus unterschieden:
  • Zentraler Diabetes insipidus: Beim zentralen Diabetes insipidus besteht ein kompletter oder ein inkompletter Mangel an ADH. Dieser kann vorübergehend (beispielsweise nach einer Operation) oder dauerhaft sein.

    Der zentrale Diabetes insipidus kann folgende Ursachen haben:
    Tumore, Operationen (zum Beispiel nach Entfernung der Hypophyse) oder entzündliche Erkrankungen des Hypothalamus.
    In zwei Drittel der Fälle ist die Ursache jedoch nicht zu sichern, dann spricht man von einem idiopathischen Diabetes insipidus. Dieser tritt typischerweise sehr plötzlich im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter auf.
     
  • Renaler Diabetes insipidus: Bei dieser Erkrankungsform ist zwar genug ADH vorhanden, aber die Nieren können nicht darauf reagieren. Dieses Phänomen wird als Endorganresistenz bezeichnet.

    Der renale Diabetes insipidus kann angeboren, aber auch erworben sein: Medikamente (z.B. Lithium) können die Wirkung von ADH an den Nieren behindern. Durch bestimmte Nierenerkrankungen (z.B. Amyloidose) kann es zu einer abgeschwächten Wirkung von ADH an den Nieren kommen. In sehr seltenen Fällen ist das Fehlen der Hormonwirkung an den Nieren angeboren.
 

Klinische Symptome

Charakteristisch für den Diabetes insipidus ist eine gesteigerte Harnausscheidung. Das können Harnmengen von 4 bis 25 Litern pro Tag sein. Normal sind 1,5 bis 2,5 Liter pro Tag. Aufgrund der enormen Wasserverluste leiden die Patienten unter starkem Durstgefühl. Sie trinken viel, schaffen es aber meist nicht, den Wasserverlust komplett auszugleichen. Durch den ständigen Flüssigkeitsmangel kommt es zu weiteren Symptomen: Trockene Haut und Schleimhäute, Verstopfung, Schlafstörungen, Gereiztheit, Elektrolytstörungen (erhöhte Blut-Natriumwerte) und Muskelkrämpfe.
Kleinkinder und Säuglinge leiden häufig unter Durstfieber.
 
 
 

 
 
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