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Die Hypophyse - Lage und Funktion

Die Hypophyse ist ein bohnenförmiges, etwa kirschkerngroßes Organ, das durch den Hypophysenstiel unmittelbar mit dem Hypothalamus verbunden ist. Sie besteht aus dem Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse) und dem Hypophysenhinterlappen (Neurohypophyse) und liegt in der Mitte des Schädels.
Ihre Aktivität wird von Drüsen und vom Hypothalamus angeregt oder gebremst. Durch dieses Rückkopplungssystem wird der Hormonhaushalt im Gleichgewicht gehalten. Hypophysenvorderlappen und Hypophysenhinterlappen haben getrennte Aufgaben und Funktionen.
Die Adenohypophyse ist in der Lage, Hormone – unter Kontrolle des Hypothalamus – selbst zu bilden, während die Neurohypophyse als Speicher- und Sekretionsorgan für die im Hypothalamus gebildeten Hormone zuständig ist und diese bei Bedarf freigibt.

Die Hormone der Neurohypophyse

  • Antidiuretisches Hormon (ADH)
    ADH ist das wichtigste Hormon zur Steuerung des Flüssigkeitshaushaltes, des Durstgefühls und der Nierenfunktion. Ohne ADH würde der Körper am Tag etwa 20 Liter Urin ausscheiden. Doch das Hormon verhindert eine Ausscheidung von freiem Wasser in den Urin und sorgt damit für die Konzentrierung des Urins in der Niere sowie für eine stabile Konzentration der Salze im Blut.
  • Oxytozin (OT)
    Oxytozin ist ein wichtiges Hormon zur Steuerung der Wehen. Gemeinsam mit Prolaktin sorgt es auch für den Milcheinschuss
    nach der Entbindung.
     

Die Hormone der Adenohypophyse

  • Somatotropes Hormon (STH)
    Das Wachstumshormon STH spielt in der Kindheit eine sehr wichtige Rolle beim Wachstum und der körperlichen Entwicklung. Aber auch im Erwachsenenalter erfüllt es wichtige Funktionen bei der Steuerung des Stoffwechsels, der Körperfettverteilung und beim Aufbau der Muskulatur.
  • Thyreotropes Hormon (TSH)
    Das schildrüsenstimuliernde Hormon TSH steuert die Produktion und Freisetzung des Schilddrüsenhormons Tyroxin (T4), das im Körper in Trijodthyronin (T3) umgewandelt wird. T3, das nur zu zirka 20 Prozent aus der Schilddrüse freigesetzt wird, ist für die Steuerung fast aller Stoffwechselvorgänge verantwortlich.
    So ist es unter anderem für Vorgänge wie Wachstum und Entwicklung sowie für die Steuerung der Hirnleistung von Bedeutung.
  • Adrenokortikotropes Hormon (ACTH)
    ACTH ist für die Stimulierung der Nebennierenrinden (kleine, auf den Nieren aufliegende Hormondrüsen) verantwortlich und steuert unter anderem die Ausschüttung von Kortisol. Dieses lebenswichtige Hormon wirkt auf die Immunreaktion des Körpers, aber auch auf den Kohlehydrathaushalt und den Fettstoffwechsel. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Stressregulierung und beeinflusst als Gegenspieler des Insulins die Blutzuckerkonzentration.
  • Prolaktin (PRL)
    Das die Muttermilchproduktion stimulierende Hormon PRL ist zusammen mit anderen Hormonen für den Beginn und die Aufrechterhaltung des Milchflusses nach der Entbindung verantwortlich. Es hat darüber hinaus wichtige Aufgaben in der Steuerung der Gonaden (Keimdrüsen). Weniger erforscht ist bislang sein Stellenwert in der Regulation von Wasserhaushalt
    und Immunfunktion.
  • Gonadotropine (LH und FSH)
    Follikelstimulierendes (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH) wirken sowohl auf die weiblichen als auch auf die männlichen Geschlechtsdrüsen. Sie dienen der Ausbildung der Geschlechtsmerkmale und regulieren Monatszyklus, Schwangerschaft, Testosteronausschüttung und die Entwicklung
    der Spermien.
      

 

 
 
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